Kulinarische Weinprobe 2015

2015 05 16 Kulwein 16„Die Kunst, gut zu essen ist stärker verbreitet als die Kunst, gut zu trinken, denn die richtige Zusammenstellung ist äußerst selten“, so die einleitenden Worte von Kellermeister Florian Döller, der die bekannte kulinarische Weinprobe des „Gesangvereins Frohsinn 1842 Mudau“ als Somelier der Becksteiner Winzer begleitete und sehr schnell überzeugt werden konnte, dass man genau diese Kunst in der Mudauer Sängerlaube perfekt beherrscht. Das Rezept dazu deutete der 1. Vorsitzende Wolfgang Radauscher in seinen Ausführungen an: Eine harmonische Crew singender Garcons, die unter Leitung von Dirigent Gerhard Bönig nicht nur für ein klangvolles Rahmenprogramm sorgen, sondern das Servieren von Weinen und Speisen mittlerweile professionell beherrschen.

Ein Vier-Sterne-Küchenteam, bestehend aus Hildegard Plattek, Liane Schork, Renate Schäfer und Ulrike Hekler, dem es wieder einmal gelungen war, zu zehn ganz besonderen Tropfen ebenso viele ungewöhnliche Gourmet-Snacks zu kreieren, die in perfekter Genuss-Kombination als Balsam für Leib und Seele dienten.

Es war den rund 110 neugierigen Feinschmeckern also ein Leichtes, der Aufforderung von Wolfgang Radauscher und den Menü-Navigatoren Uwe Lenz und Florian Döller zu folgen: „Erleben Sie mit allen Sinnen, was die Becksteiner und der Gesangverein an unglaublichen Geschmacksexplosionen zu bieten haben“. Als einzige „Tradition“ bleibt das Entree beim Stehempfang mit einem trockenen Becksteiner Sekt – dieses Mal ein Schwarzriesling rosé – in Kombination mit einem Erdbeerspieß. Doch dann jagte eine geschmackliche Überraschung die nächste so verstärkte ein feinherber Müller-Thurgau mit Birnennote beispielsweise die Aromen eines Petersilien-Pastinaken Süppchens mit Knuspergarnele und ein Zander-Lachsstrudel mit Wirsing-Meerettich-Gemüse gewann noch mehr durch einen Silvaner mit grünen Apfelnoten und zartem Schmelz.

Und während ein grauer Burgunder, der „stoffig im Gaumen“ beschrieben wurde, den Grünen Spargel in Parmesankruste perfektionierte, entfaltete ein Chardonnay den vollen Geschmack eines Spargel-Salats rot-weiß. Beim Rhabarber-Sorbet mit weißem Tee auf Mango-/Erdbeersauce bewies der trockene Kerner Sekt, was in ihm steckt und beim Maishühnchen-Wrap der Schwarzriesling Rosé halbtrocken.

Ein an sich schon geniales Terijaky Beef mit Tempura Schnittlauch wurde durch einen Spätburgunder Spätlese trocken Barrique zum unvergleichlichen Geschmackserlebnis. Und was bitte ist eine Falsche Prinzregententorte? Hier wurden die Biskuits durch Crépes und die Schokolade durch eine traumhafte Pilzpaste ersetzt, was hervorragend durch einen Schwarzriesling Spätlese halbtrocken betont wurde, während der trockene Spätburgunder die Schokoladentarte mit Himbeeren und Balsamicoessig abrundete.

Und schließlich schloss der Gaumen-Marathon mit einer edlen Käseplatte, deren würzig Aromen durch den Ruländer Auslese edelsüß voll zur Geltung kamen. Als Zugabe zu den besonderen Charakteristiken der Weine und der Weisheit, dass der Wein den Speisen dienen muss, erläuterte Kellermeister Döller noch die Merkmale der unterschiedlichen Weinkonsumenten, angefangen beim sogenannten Spaßtrinker, über den Nipper, den nicht ungefährlichen „Schwenker“ bis hin zum „Schlürfer“. Und es hätte ihn sicher interessiert, welcher Gast sich bei welcher Beschreibung wieder gefunden hatte.

Bericht: Liane Merkle

Bilder: Liane Merkle & GV Mudau